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Geprüfte/r Logistikmeister/-in (IHK)


Geprüfte/r Logistikmeister/-in (IHK) (Bild: © Monkey Business, fotolia)

Die Qualifizierung zum/zur „Geprüften Logistikmeister/-in (IHK)“ ist die Aufstiegsfortbildung für gelernte Fachkräfte für Lagerlogistik und berufserfahrene Fachkräfte aus dem Bereich Umschlag und Lagerwirtschaft. Ziel der Fortbildung ist es, auf erweitere Fach- und Führungsaufgaben in der Logistik vorzubereiten und die betriebliche Ausbildung von Nachwuchskräften qualifiziert durchzuführen.

Welche Aufgaben haben Logistikmeister/-innen?

„Geprüfte Logistikmeister/-innen (IHK) nehmen insbesondere folgende Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich wahr:

Fach- und Führungsaufgaben in der Logistik wahrnehmen

  • logistische Konzepte unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln und umsetzen
  • den sachgemäßen Transport und Versand von Gütern planen, veranlassen und kontrollieren
  • die Betriebsbereitschaft und den rationellen Einsatz von Lade- und Lagerhilfsmitteln sicherstellen
  • Waren und Materialien annehmen, deren Qualität und Quantität prüfen
  • Maßnahmen des Qualitätsmanagements durchführen, Reklamationen abwickeln
  • Warenbestände sowie die ordnungsgemäße, produktspezifische Lagerung kontrollieren
  • permanente Kontrolle der Warenbestände sicherstellen
  • die Einhaltung gesetzlicher Lager- und Transportvorschriften, Sicherheits-, Unfallverhütungs- und Umweltschutzbestimmungen sicherstellen
  • je nach Größe des Betriebes selbst praktisch mitarbeiten

Mitarbeiter/-innen anleiten

  • unterstellte Fach- und Hilfskräfte fachlich anleiten und unterweisen, Arbeitsanweisungen erstellen
  • den Personalbedarf und -einsatz planen
  • bei der Planung, Durchführung, Anleitung und Überwachung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung mitwirken
  • den betrieblichen Teil der Berufsausbildung durchführen

Wer wird zur Meisterprüfung zugelassen?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Logistikmeister-Prüfung sind:

(1) Zur Prüfung im Prüfungsteil „Grundlegende Qualifikationen“ ist zuzulassen, wer Folgendes nachweist:

1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf aus dem Bereich der Logistik oder

2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens einjährige Berufspraxis oder

3. eine mindestens vierjährige Berufspraxis.

(2) Zur Prüfung im Prüfungsteil „Handlungsspezifische Qualifikationen“ ist zuzulassen, wer Folgendes nachweist:

1. das Ablegen des Prüfungsteils „Grundlegende Qualifikationen“, das nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, und

2. im Fall des Absatzes 1 Nummer 1 mindestens ein Jahr Berufspraxis und im Fall des Absatzes 1 Nummer 2 insgesamt mindestens zwei Jahre Berufspraxis.

(3) Die Berufspraxis nach den Absätzen 1 und 2 soll wesentliche Bezüge zur Tätigkeit eines Geprüften Logistikmeisters/einer Geprüften Logistikmeisterin nach § 1 Absatz 3 aufweisen.

(4) Abweichend von den in den Absätzen 1 und 2 genannten Voraussetzungen ist zur Prüfung auch zuzulassen, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zu haben, die eine Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Welche Inhalte werden in Prüfungsvorbereitungslehrgängen behandelt?

Beruf- und arbeitspädagogische Qualifikationen

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
  • Ausbildung durchführen und
  • Ausbildung abschließen

Grundlegende Qualifikationen (GQ)

  • Rechtsbewusstes Handeln
  • Betriebswirtschaftliches Handeln
  • Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung
  • Zusammenarbeit im Betrieb
  • Berücksichtigen naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten

Handlungsspezifische Qualifikationen (HQ)

Handlungsfeld Logistikprozesse

  • Logistikkonzept
  • Leistungserstellung
  • Prozesssteuerung und -optimierung

Handlungsfeld Betriebliche Organisation und Kostenwesen

  • Betriebliches Kostenwesen und Logistikcontrolling
  • Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
  • Qualitätsmanagement

Handlungsfeld Führung und Personal

  • Personalführung
  • Personalentwicklung

Für die Zulassung zur Meisterprüfung ist die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang nicht verpflichtend.

Wie lange dauern die Vorbereitungslehrgänge?

Die Aufstiegfortbildung zum/zur „Geprüften Logistikmeister/-in (IHK) umfasst rund 1.000 Unterrichtsstunden. Vorbereitungslehrgänge werden in der Regel berufsbegleietnd angeboten und dauern je nach Bildungsanbieter 1,5 bis 2,5 Jahre.

Wer bietet Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung an?

  • Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V. (BWU)
  • Fortbildungdirekt GmbH
  • IQ Bremen GmbH
  • LFM – Lehrinstitut für Meisterberufe GmbH
  • SVG Bremen eG

Karrieremöglichkeiten nach der Aufstiegsfortbildung

  • Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/-in (IHK)
  • Hochschulstudium: Wer die Fortbildungsprüfung zum/zur „Geprüften Logistikmeister/-in (IHK)“ besteht, erhält nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – auch ohne Abitur. Damit eröffnet sich für Absolventen die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium im Bereich Logistik aufzunehmen.
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