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Geprüfte/r Handelsfachwirt/-in (IHK)


Geprüfte/r Handelsfachwirt/-in (IHK) (Bild: © adisa, fotolia)

Die Weiterbildung zum/zur „Geprüften Handelsfachwirt/-in (IHK)“ ist die Aufstiegsfortbildung für gelernte Groß- und Einzelhandelskaufleute und für berufserfahrene Verkäufer/-innen. Ziel der Fortbildung ist es, moderne Methoden und Techniken des Handelsmanagements kennenzulernen und anzuwenden. Die Fortbildung qualifiziert für die Übernahme von Leitungsfunktionen auf der mittleren Führungsebene.

Welche Aufgaben haben Handelsfachwirte?

Handelsfachwirte nehmen insbesondere folgende Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich wahr:

  • qualifizierte Handels- und Dienstleistungsaufgaben ausüben, rechtliche Vorschriften berücksichtigen
  • Organisations- und Führungsaufgaben übernehmen
  • unternehmerische Kompetenzen einsetzen, die die Befähigung zur Gründung oder Übernahme eines Unternehmens beinhalten können
  • kundenorientierte und wirtschaftliche Konzepte und Lösungen zu den wesentlichen Bereichen eines Handelsunternehmens erarbeiten
  • veränderte Strukturen der Arbeitsorganisation, Methoden der Organisationsentwicklung und technisch-organisatorische Veränderungen beachten
  • Qualitätsmanagement steuern und weiterentwickeln
  • Marketingkonzepte entwerfen, planen, umsetzen und auswerten
  • handelsrelevante Marktentwicklungen beurteilen
  • moderne Informations- und Kommunikationstechniken einsetzen und nutzen

Wer wird zur Prüfung zugelassen?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung als „Handelsfachwirt/-in“ sind:

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten dreijährigen kaufmännischen Ausbildungsberuf im Handel und danach eine mindestens einjährige Berufspraxis oder

2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung zum Verkäufer/zur Verkäuferin oder in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder

3. eine mindestens fünfjährige Berufspraxis nachweist.

(2) Die Berufspraxis gemäß Absatz 1 muss in Verkaufstätigkeiten oder anderen kaufmännischen Tätigkeiten im institutionellen oder funktionellen Handel erworben sein.

(3) Abweichend von den in den Absätzen 1 und 2 genannten Voraussetzungen kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zu haben, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Welche Inhalte werden in Prüfungsvorbereitungslehrgängen behandelt?

Unternehmensführung und -steuerung

  • Planung von Selbstständigkeit, Entwickeln einer Geschäftsidee, Erstellen eines Businessplans
  • Besonderheiten der Übernahme
  • persönliche und fachliche Eignung zur unternehmerischen Selbstständigkeit
  • Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken von unternehmerischer Selbstständigkeit
  • Managementaufgaben: Analysieren, Entscheiden, Ziele setzen, Durchführen, Kontrollieren, Unternehmensorganisation
  • angewandte Kosten- und Leistungsrechnung, Controllinginstrumente und ihr Zusammenwirken, Finanzierung
  • rechtliche Grundlagen, Begriffe und anwendungsbezogene Beispiele bei Gründung und Führung eines Unternehmens
  • Qualitätsmanagement und Umweltmanagement

Handelsmarketing

  • Handelsentwicklungen und Kooperationen, Marktanalyse, Marktstrategien, Standortmarketing, Zielgruppenmarketing, Zusammenwirken der Marketinginstrumente
  • Sortimentssteuerung, Verkaufskonzepte und Servicepolitik
  • Gestaltung von Verkaufsflächen (Visual Merchandising), Warenpräsentation, Verkaufsförderung, Werbung, Werbeerfolgskontrolle
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • E-Commerce, E-Business
  • Controlling, Wettbewerbsrecht

Führung und Personalmanagement

  • Führungsgrundsätze und Führungsmethoden
  • psychologische Grundlagen zur Führung, Zusammenarbeit und Kommunikation, Beurteilungsgrundsätze
  • Personalpolitik, Personalbedarfs-, Personalkosten- und Personaleinsatzplanung
  • Organisations- und Personalentwicklung
  • Personalmarketing
  • Entgeltsysteme und Controlling
  • Planung und Steuerung von Arbeits- und Projektgruppen
  • ausgewählte arbeitsrechtliche Bestimmungen
  • Moderations- und Präsentationstechniken

Volkswirtschaft für die Handelspraxis

  • Markt und Preis
  • Wettbewerb, Wachstum und Konjunktur
  • wirtschaftspolitische Steuerungsinstrumente
  • Außenwirtschaft

Beschaffung und Logistik

  • Beschaffungspolitik, E-Business,
  • kundenbezogene Gestaltung des Waren- und Datenflusses (Efficient Consumer Response)
  • effizientes Management der Wertschöpfungskette (Supply Chain Management)
  • Transport und Lagerwirtschaft
  • Controlling
  • relevante Rechtsbestimmungen
  • Entsorgung

Handelsmarketing und Vertrieb

  • Vertriebsstrategien und Sortimentsstrategien, Flächenoptimierung
  • Auswirkungen von Kundenbedürfnissen und Kundenverhalten auf Beschaffungsprozesse
  • Preis- und Konditionenpolitik, Controlling
  • Verhandlungsstrategien
  • spezielle Aspekte des Wettbewerbs- und Markenrechts, des Verbraucherschutzes und des öffentlichen Bau- und Planungsrechts

Handelslogistik

  • Planung, Steuerung, Kontrolle und Optimierung von Prozessen und Abläufen
  • Investitionsplanung und Controlling
  • spezifische Bedingungen bei der Warenanlieferung und -lagerung
  • Transportsteuerung
  • Versicherungen und spezielle rechtliche Vorschriften

Außenhandel

  • Anbahnung von Außenhandelsgeschäften
  • Quellen zur Beratung und Unterstützung im Außenhandel
  • Außenhandelsrisiken und Geschäfte zur Risikominderung
  • spezielle rechtliche Aspekte für den Außenhandel
  • Transport und Lagerung, Zertifizierung und Versicherungen
  • Zahlungsverkehr, Zahlungsbedingungen und Finanzierung von Außenhandelsgeschäften
  • Zölle und Verbrauchssteuern, Handelshemmnisse und Organisationen zur Förderung des Handels

Mitarbeiterführung und Qualifizierung

  • Zeit- und Selbstmanagement
  • individuelle Mitarbeiterförderung und -entwicklung
  • Mitarbeiterbesprechungen, Kritik-, Beurteilungs-, Förder- und Zielvereinbarungsgespräche
  • Planung und Organisation von Qualifizierungsmaßnahmen, Qualifizierung am Arbeitsplatz
  • Auswahl und Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Förderung von Lernprozessen, methodische und didaktische Aspekte
  • Personalkosten und -leistung

Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang nicht verpflichtend.

Wie lange dauern die Vorbereitungsklehrgänge?

Die Aufstiegfortbildung zum/zur „Geprüften Handelsfachwirt/-in (IHK)“ umfasst ca. 540 Unterrichtsstunden. Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung werden je nach Bldungsträger in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit angeboten.

Wer bietet Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung an?

Karrieremöglichkeiten nach der Aufstiegsfortbildung

  • Geprüfte/r Betriebswirt/-in (IHK)
  • Hochschulstudium: Wer die Fortbildungsprüfung zum/zur „Geprüften Handelsfachwirt/-in“ erfolgreich besteht, erhält nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – auch ohne Abitur. Damit eröffnet sich für Absolventen die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium im Bereich Logistik aufzunehmen.
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