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Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/-in (IHK)


Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/-in (IHK) (Bild: bremenports)

Insbesondere „Geprüfte Logistikmeister/-innen“ und „Geprüfte Kraftverkehrsmeister/-innen“ erwerben in dieser Aufstiegsfortbildung vertieftes und erweitertes betriebswirtschaftliches Fachwissen, um als Führungskraft Lösungen für technische und kaufmännische Aufgabenstellungen zu erarbeiten, z.B. im Einkauf und der Disposition von Material und Maschinen, in der Produktionsplanung und -steuerung oder im Fuhrparkmanagement.

Welche Aufgaben haben Technische Betriebswirte?

Technische Betriebswirte nehmen insbesondere folgende Aufgaben selbständig und eigenverantwortlich wahr:

  • betriebliche Prozesse unter Kosten-, Nutzen-, Qualitäts- und Terminaspekten gestalten
  • Projekte leiten und technisch-wirtschaftlich unterstützen
  • technisch-wirtschaftliche Prozessschnittstellen koordinieren
  • Mitarbeiter/-innen und Prozessbeteiligte führen

Wer wird zur Prüfung zugelassen?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung als „Technische/r Betriebswirt/-in (IHK)“ sind:

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. eine mit Erfolg abgelegte Prüfung zum Industriemeister oder eine vergleichbare technische Meisterprüfung oder eine mit Erfolg abgelegte staatlich anerkannte Prüfung zum Techniker oder

2. eine mit Erfolg abgelegte Prüfung zum Technischen Fachwirt (IHK) oder

3. eine mit Erfolg abgelegte, staatlich anerkannte Prüfung zum Ingenieur mit wenigstens zweijähriger einschlägiger beruflicher Praxis nachweist.

(2) Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben worden sind, die eine Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Welche Inhalte werden in Prüfungsvorbereitungslehrgängen behandelt?

Wirtschaftliches Handeln und betrieblicher Leistungsprozess

Aspekte der allgemeinen Volks- und Betriebswirtschaftslehre, z.B.

  • Berücksichtigen der Konjunktur und Wirtschaftspolitik
  • Beschreiben der Ziele und Institutionen der Europäischen Union und der internationalen Wirtschaftsorganisationen
  • Berücksichtigen der Bestimmungsfaktoren für Standort- und Rechtsformwahl

Rechnungswesen, z.B.

  • Berücksichtigen der Finanzbuchhaltung als Teil des betrieblichen Rechnungswesens
  • Interpretieren von Jahresabschlüssen
  • Anwenden von Kostenrechnungssystemen
  • Berücksichtigen von unternehmensbezogenen Steuern bei betrieblichen Entscheidungen

Finanzierung und Investition, z.B.

  • Analysieren finanzwirtschaftlicher Prozesse
  • Vorbereiten und Durchführen von Investitionsrechnungen
  • Durchführen von Nutzwertrechnungen
  • Beurteilen von Finanzierungsformen und Erstellen von Finanzplänen

Material-, Produktions- und Absatzwirtschaft

  • Beherrschen der Marketinginstrumente
  • Beurteilen des Produktlebenszyklus, Mitwirken bei der Produktplanung
  • Anwenden der Instrumente der Einkaufspolitik und des Einkaufsmarketings sowie der Bedarfsermittlungsmethoden, Beherrschen der Beschaffungsprozesse
  • Beherrschen der unterschiedlichen Materialfluss- und Lagersysteme und Logistikkonzepte
  • Beurteilen von Produktionsplanungs- und Steuerungssystemen

Management und Führung

Organisation und Unternehmensführung

  • Planungskonzepte
  • Organisationsentwicklung
  • Projektmanagement und persönliche Planungstechniken
  • integrative Managementsysteme
  • Moderations- und Präsentationstechniken

Personalmanagement, z.B.

  • Personalplanung, -beschaffung, -entwicklung, Personalführung und -beurteilung
  • Arbeits- und Sozialrecht

Informations- und Kommunikationstechniken, z.B.

  • Datensicherung, Datenschutz und Datenschutzrecht
  • Auswahl von IT-Systemen und Einführung von Anwendersoftware
  • Kommunikationsnetze und -systeme auf Medien bezogen

Fachübergreifender technikbezogener Prüfungsteil

Im Prüfungsteil „Fachübergreifender technikbezogener Prüfungsteil“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, komplexe, praxisorientierte Problemstellungen an der Schnittstelle der technischen und kaufmännischen Funktionsbereiche im Betrieb erfassen, darstellen, beurteilen und lösen zu können.

Wie lange dauern die Vorbereitungslehrgänge?

Die Aufstiegfortbildung zum/zur „Geprüften Technischen Betriebswirt/-in (IHK)“ umfasst in der Regel ca. 1.000 Unterrichtsstunden. Vorbereitungslehrgänge werden sowohl in Vollzeit als auch berufbegleitend in Teilzeit angeboten.

Welche finanziellen Fördermöglichkeiten gibt es für die Fortbildung?

Wer bietet Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung an?

  • Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V. (BWU)
  • Fortbildungdirekt GmbH
  • IQ Bremen

Karrieremöglichkeiten nach der Aufstiegsfortbildung

Mit dem Abschluss als „Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/-in (IHK)“ hat man die Spitze des dreistufigen IHK-System der „Aufstiegsweiterbildung“ erreicht. Mehr geht nicht.

Hochschulstudium

Wer die Fortbildungsprüfung zum/zur „Geprüften Technischen Betriebswirt/-in (IHK)“ besteht, erhält nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – auch ohne Abitur. Damit eröffnet sich für Absolventen die Möglichkeit, eine akademische Ausbildung anzuschließen.

Ob ein anschließendes Studium Sinn macht, ist im Einzelfall zu entscheiden. Die berufliche Aus- und Weiterbildung hat zwischenzeitlich ein Niveau erreicht hat, das dem von Hochschulen durchaus nahe kommt. Akademische und nicht-akademische Tätigkeiten und Kompetenzniveaus überlappen sich in der Wirklichkeit längst. Wer sich für ein Studium entscheidet, sollte deshalb sorgfältig abwägen und realistisch einschätzen, welche zusätzlichen Karriereoptionen sich durch ein Hochschulstudium tatsächlich ergeben könnten.

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