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Geprüfte/r Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft (IHK)


Geprüfte/r Fachkaufmann/-frau für Außenhandel (IHK) (Bild:© Shestakoff, fotolia)

Die Weiterbildung zum/zur „geprüften Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft (IHK)“ ist die Aufstiegsfortbildung für Außenhandelskaufleute und für Berufserfahrene aller Branchen, die in Import- und Exportabteilungen oder im Außenhandel tätig sind. Ziel der Fortbildung ist es, Fachkenntnisse im Außenhandel zu erweitern und zu vertiefen. Absolventen qualifizieren sie sich für die Übernahme von Aufgaben auf der mittleren Führungsebene.

Welche Aufgaben haben Fachkaufleute für Außenwirtschaft?

Fachkaufleute für Außenwirtschaft nehmen insbesondere folgende Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich wahr:

Import-, Export- und Transithandelsgeschäfte anbahnen und abwickeln

  • Marktinformationen sammeln und Besonderheiten des Ziellandes wie zoll-, steuer- und devisenrechtliche Bestimmungen analysieren
  • Kunden und Lieferanten im Ausland akquirieren
  • Kooperationen mit Außenhandelsunternehmen vorbereiten, Vertriebs- und Importorganisationen im In- und Ausland aufbauen
  • Außenhandelsstrategien erarbeiten
  • Preise kalkulieren und Angebote erstellen
  • Warenlieferungen veranlassen
  • Versandpapiere ausstellen bzw. kontrollieren
  • Abrechnungen durchführen

Vorschläge und Entscheidungshilfen zur Unternehmenspolitik im Bereich der außenwirtschaftlichen Aktivitäten entwickeln

  • Risikoanalysen des Zielmarktes durchführen
  • finanzielle und logistische Durchführbarkeit prüfen
  • Auslandsmarketing planen und durchführen

Wer wird zur Prüfung zugelassen?

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung als „Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft“ sind:

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten dreijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf und danach eine mindestens einjährige Berufspraxis oder

2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten zweijährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder

3. eine mindestens fünfjährige Berufspraxis nachweist.

(2) Die Berufspraxis gemäß Absatz 1 muss inhaltlich wesentliche Bezüge zu den in § 1 Abs. 2 genannten Aufgaben haben.

(3) Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zu haben, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Welche Inhalte werden in Prüfungsvorbereitungslehrgängen behandelt?

Handlungsbereich „Außenwirtschaftliche und volkswirtschaftliche Aspekte“

  • Volkswirtschaftliche Einflussfaktoren und Zusammenhänge
  • Wirtschaftspolitik
  • Außenwirtschaftssysteme
  • Grundzüge des Weltwährungssystems
  • Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
  • Organisationen im Welthandel sowie internationale Zusammenschlüsse und Vereinbarungen

Handlungsbereich „Recht im Außenhandel“

  • Außenwirtschaftsrelevante Rechtsbestimmungen
  • Recht des grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehrs;
  • EG-Recht
  • Internationales Privatrecht
  • Vertragsgestaltung
  • Internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit

Handlungsbereich „Unternehmen und Außenwirtschaft“

  • Unternehmensspezifische Umsetzung außenwirtschaftlicher Aktivitäten
  • Geschäftsformen in der Außenwirtschaft
  • Vertriebsformen bei der Ausfuhr
  • Bezugsformen bei der Einfuhr
  • Dienstleistungen des Außenhandels
  • Betriebswirtschaft, Controlling und Qualitätsmanagement
  • Instrumente der Personalführung einschließlich arbeitsrechtlicher Aspekte

Handlungsbereich „Internationales Marketing“

  • Strategisches Export-Marketing
  • Marktforschung
  • Marketing Mix
  • Bewertung und Korrektur der Marketingkonzeption

Handlungsbereich „Im- und Exportabwicklung“

  • Kalkulation
  • Finanzierung
  • Zahlungsverkehr
  • Risikoabsicherung
  • Zoll-, Devisen-, Steuer- und gewerberechtliche Bestimmungen

Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang nicht verpflichtend.

Wie lange dauern die Vorbereitungslehrgänge

Die Aufstiegfortbildung zum/zur „Geprüften Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft (IHK)“ umfasst rund ca. 550 Unterrichtsstunden. Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung werden je nach Bldungsträger in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit angeboten.

Wer bietet Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung an?

Karrieremöglichkeiten nach der Aufstiegsfortbildung

  • Geprüfte/r Betriebswirt/-in (IHK)
  • Hochschulstudium: Wer die Fortbildungsprüfung zum/zur „Geprüften Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft (IHK)“ besteht, erhält nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung – auch ohne Abitur. Damit eröffnet sich für Absolventen die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium im Bereich Logistik aufzunehmen.
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