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Einstieg als Hafenarbeiter/-in


Hafenarbeiter/-in (Bild: ma-co)Deutschlands wichtigste Wirtschaftsbereiche begründen sich auf den Export oder Import. Die meisten Waren werden dabei in den Seehäfen umgeschlagen. Trotz Containereinsatz und moderner Technik benötigt man im Hafen immer noch viele Arbeitskräfte. Man muss heute zwar selten schwere Ladungsteile mit Muskelkraft bewegen, aber wenn Du körperlich fit bist, Dir die Arbeit draußen bei frischer Seebrise gefällt, gibt es im Hafen immer noch viele Gelegenheiten mit anzupacken. Sei es beim Beladen von Containern, bei der Sicherung der Ladung auf dem Seeschiff oder beim Automobilumschlag.

Zugangsvoraussetzungen

Um im Hafen mitarbeiten zu können, ist zunächst keine Ausbildung erforderlich. Es gibt keinen vorgeschriebenen Schulabschluss. Es ist aber wichtig, die deutsche Sprache zu beherrschen (verstehen, sprechen, lesen, -B1-Niveau gemäß GERR).

Deine Aufgaben im Überblick

Hafenarbeiter/-innen sind in den bremischen Seehäfen tätig. Ihre Arbeitsplätze sind an Bord von Seeschiffen, auf der Pier, auf dem Container-oder Autoterminal oder in den Umschlagshallen der Hafenumschlagsgesellschaften. Sie sind für das Stauen der Güter an Bord, für das Löschen (Entladen) von Schiffen und für das Vorbereiten der Ladung für den Seetransport verantwortlich. Zur Vorbereitung gehört auch das Stauen der Güter in Containern oder das Festzurren von großen, sperrigen Ladungsteilen auf speziellen Flatcontainern.

In den bremischen Häfen werden auch eine Vielzahl von Automobilen im- oder exportiert. Auch hierzu werden Hafenarbeiter/innen benötigt, die als Fahrer/-in Autos im Schiffsinneren oder auf dem Terminalgelände bewegen. Dazu gehören natürlich auch das Be- und Entladen von Waggons und Autotransportern.

Von größter Bedeutung in den Häfen ist der Containerverkehr. Hafenarbeiter sichern („laschen“) die Container an Bord oder entsichern sie, bevor sie von den so genannten Containerbrücken vom Schiff geholt werden.

Ein anderes Spezialgebiet der Hafenarbeit ist die Tätigkeit der Stauereien. Hier kommt es darauf an, Ladungsteile im Schiffsbauch so zu sichern, dass auch bei größtem Seegang kein Schaden an den Gütern entstehen kann. Bei konventionellen Gütern (Stahlteile, Maschinen usw.) geschieht dies durch fachgerechte Holzkonstruktionen, die in der Schiffsluke gezimmert werden. Vorkenntnisse aus holzverarbeitenden Berufen sind hier von großem Vorteil. Bei Automobilen und anderen rollbaren Gütern geschieht es durch Anbringen von Ketten und Gurten.

Was ist wichtig?

Hafenarbeit findet an 360 Tagen im Jahr und rund um die Uhr statt. Damit ist es selbstverständlich, auch an Wochenenden und nachts zu arbeiten.

Persönliche Voraussetzungen: Neben der Bereitschaft zum Schichtdienst ist gesundheitliche Fitness erforderlich. Auch wenn die Arbeit nicht mehr so oft mit Tragen von schweren Lasten verbunden ist, werden doch Rücken und Muskulatur stark beansprucht. Hafenarbeiter arbeiten fast nur draußen – bei Wind und Regen! Selbst in den großen Lagerhallen ist es oft zugig und kalt. Für viele Arbeiten im Hafen ist außerdem Höhentauglichkeit Voraussetzung.

Hafenarbeit ist gefährlich! Oft steht die Vermeidung von Unfällen bei der Arbeit an erster Stelle. Dafür ist es erforderlich, stets hellwach und aufmerksam zu sein. Hafenfacharbeiter behalten stets den Überblick und haben auch scheinbar unübersichtliche Situationen gut im Griff, z.B. wenn mehrere Güter gleichzeitig gelöscht und auf Lkws und Waggons verteilt werden müssen.

Hohe Verantwortung: Die Güter, die über See transportiert werden, haben in der Regel einen hohen Wert. Schäden sorgen für viel Ärger bei allen Beteiligten! Als Hafenarbeiter/-in bist Du bereit, Verantwortung für umsichtiges Handeln zu übernehmen. Dies betrifft sowohl die Vermeidung von Schäden beim Umschlag als auch die Sicherheit von allen anderen Menschen und Geräten. Jede Arbeit muss konzentriert und wohl überlegt erfolgen. Dennoch zeichnen sich gerade die Häfen in Bremen durch einen schnellen Ladungsumschlag aus. Also schnelles und gleichzeitig konzentriertes Arbeiten ist gefragt!

Der Umgangston: Der Umgangston im Hafen wird oft als „rau aber herzlich“ beschrieben. Eigentlich ist damit gemeint, dass Hafenarbeiter mit kurzen, aber präzisen Anweisungen umgehen können müssen. Die stets gegenwärtige Unfallgefahr und das Vermeiden von Missverständnissen ohne viele Worte haben diese Kommunikation geprägt. Wenn es auch manchmal lauter wird, sind Hafenarbeiter doch eine Gemeinschaft, die gegenseitigen Respekt und Kollegialität pflegt. Das sollte auch für Dich „kein Fremdwort“ sein.

Zusatzqualifikationen während der Tätigkeit

Auch wenn für den Einstieg in den Beruf zunächst keine Ausbildung erforderlich ist, kommt es doch schon bald dazu, dass bestimmte Zusatzqualifikationen benötigt werden.

Gabelstaplerschein: Jede/r, die/der einen Stapler bedient, muss eine den Vorschriften der Berufsgenossenschaft entsprechende Ausbildung / Einweisung erhalten. Diese wird in der Regel an dafür vorgesehenen Einrichtungen vermittelt. Meistens werden in den Häfen Stapler mit 8 t und mehr Tragfähigkeit eingesetzt. Dafür ist normalerweise der „einfache“ Gabelstaplerschein, wie man ihn zum Beispiel im Speditionslager verwendet nicht ausreichend. In vielen Hafenbetrieben ist die Bedienung des Gabelstaplers an den Besitz eines gültigen Führerscheins für den Straßenverkehr gebunden, da die zu befahrenden Flächen oftmals das öffentliche Straßennetz berühren.

Sicherheitslehrgänge: Um im Hafenbereich arbeiten zu können, sind – je nach Unternehmen – verschiedene Sicherheitslehrgänge von Bedeutung. Diese beziehen sich zum Beispiel auf die Sicherung der Anlagen und Güter vor terroristischen Anschlägen oder auch auf die allgemeine Sicherheit von Personen zum Schutz vor den besonderen Gefahrenquellen der Häfen. Weiterhin geben bestimmte Reedereien oder Verlader Sicherheitsvorschriften heraus, die sich aus den jeweiligen Ladungsgütern ergeben (Sicherheit vor Werksspionage oder einfach zur Sicherung empfindlicher Ladung vor Beschädigungen).

Kettensägenschein: Bei der Verschiffung von nicht-containerisierter Ladung oder bei der Beladung von Containern werden oftmals Holzkonstruktionen gebaut, die die Güter gegen Verrutschen sichern. Wer dabei eine Kettensäge bedienen will, muss einen entsprechenden Sicherheitslehrgang zur Unfallvermeidung besucht haben.

Gefahrgutlehrgänge: Für den Transport und die Lagerung von gefährlichen Gütern (Explosivgüter, Chemikalien usw.) gibt es eine Vielzahl von gesetzlichen Vorschriften. Diese regeln genau welcher Personenkreis eine entsprechende Schulung haben muss.

Hafenfacharbeiterausbildung: Nachdem man mehrere Jahre praktische Erfahrungen im Hafen gesammelt hat und es eine betriebliche Notwendigkeit gibt, kann man sich zur Weiterbildungsprüfung der Handelskammer Bremen anmelden. Nach erfolgreicher Teilnahme hat man in der Regel Anspruch auf eine höhere Vergütung. Allerdings wird dafür auch Einiges an Kenntnissen und Fertigkeiten erwartet. Neben der praktischen Erfahrung aus dem Berufsalltag werden beim ma-co, maritmes competenzcentrum GmbH (der Weiterbildungseinrichtung der Hafenwirtschaft) weitere Qualifikationsinhalte vermittelt. Je nach Organisationsform dauert die Schulung 3 bis 6 Monate.

Großgeräteschein: Im Hafen werden eine Vielzahl von Großgeräten eingesetzt, für die es jeweils spezielle Schulungen gibt. Dazu gehören beispielsweise Containerbrücken (Portalkrane zum Be- und Entladen der Schiffe mit Containern), Vancarrier (auf „Stelzen“ fahrende Geräte, die Container auf dem Terminal stapeln können), Reachstacker (Spezialstapler für Container). Ebenso ist dies für das Bedienen von Kranen, Siloanlagen und anderen Geräten erforderlich.

Fachkraft für Hafenlogistik: „Fachkraft für Hafenlogistik“ ist ein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Hier wird die gesamte Bandbreite der Umschlagtätigkeiten im Hafen geschult. Am Ende steht eine Prüfung vor der Handelskammer. Wenn man schon im Hafen arbeitet und möchte gerne nachträglich einen Ausbildungsabschluss in der Tasche haben, kann man diesen Beruf in Form einer zweijährigen Umschulung erlernen.

Ausbildungsorte

Fast alle Zusatzqualifikationen bestehen aus einer Mischung aus Theorie und Praxis. Die Praxis wird Dir im Wesentlichen bei der Arbeit selbst gezeigt.

Die Theorie – natürlich in Verbindung mit anschaulichen, praktischen Übungsmöglichkeiten – wird Dir bei ma-co, maritimes competenzcentrum GmbH, der Weiterbildungseinrichtung der Hafenwirtschaft, vermittelt.

Was verdiene ich?

In den meisten Hafenbetrieben gilt der Tarifvertrag zwischen dem Unternehmensverband Bremische Häfen e. V. und der Gewerkschaft ver.di. Hier ist ein nach Funktionen und Qualifikation gegliedertes Stufenmodell niedergelegt. Natürlich gibt es auch Zuschläge; etwa für Nachtarbeit oder Überstunden. Einige Firmen haben aber auch einen Haustarif, der in der Regel günstigere Verdienstmöglichkeiten schafft.

Zur Orientierung hier ein paar Zahlen aus dem Tarif (Stand 6/2011): anfänglicher Stundenlohn 11,33 Euro bis 13,92 € je nach Tätigkeitsgebiet. Nach entsprechenden Jahren der Berufserfahrung und zusätzlichen anerkannten Fortbildungen kann es bis auf cirka 18,00 € ansteigen.

Deine Karrierechancen nach dem Einstieg

Grundsätzlich gibt es zwei Richtungen, in die Du deine Interessen lenken kannst. Entweder spezialisierst Du Dich auf eine bestimmte Funktion oder Du interessierst Dich für eine Vorarbeitertätigkeit, die irgendwann auch eine Teamleiterrolle beinhalten könnte. Funktionen die in Frage kommen sind

  • Großgerätefahrer/in (Containerbrücke, Reachstacker, Hafenkran)
  • Checker oder Tallymann (so nennt man die Leute, die die Qualität von Gütern prüfen und die Mengen und Gewichte kontrollieren)
  • Containerreparatur und -lagerung.

Fazit

Im Hafen gibt es auch ohne Ausbildung relativ gute Verdienstmöglichkeiten. Wenn man sich mit Schichtarbeit und Arbeiten bei „Wind und Wetter“ arrangieren kann, dabei körperlich fit ist, ist man im Hafen genau richtig. Häfen sind wesentliche Drehscheiben der Logistik; hier wird man auch in Zukunft immer wieder fähige Leute brauchen! – Wenn man erst einmal Pier und Schiffen vertraut ist, gibt es gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in viele Richtungen.
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