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Meine Rechte und Pflichten als Azubi: Was darf ich? was muss ich?


Rechte und Plichten in der Ausbildung (Bild: © Carsten Reisinger, fotolia)Rechte und Pflichten – das klingt ja ganz schön hart. Ist es aber nicht, denn bestimmte Regelungen gewährleisten, dass Du eine qualifizierte Ausbildung erhältst, gut in Deinen Ausbildungsbetrieb integriert wirst und das Ausbildungsziel auch erreichst. Wer Rechte hat, hat aber auch Pflichten – ebenso wie Dein Ausbildungsbetrieb. Damit Du einen besseren Durchblick bekommst, haben wir hier die wichtigsten Regelungen für Dich zusammengefasst.

Meine Rechte als Auszubildende/r

Ausbildung gemäß Ausbildungsziel

Für jeden Ausbildungsberuf gibt es eine Ausbildungsordnung, in der geregelt ist, wie lange Deine Ausbildung dauert und welche Kenntnisse und Fähigkeiten Dir zu vermitteln sind. Neben Deiner Leistungsbereitschaft hat Dein Ausbildungsbetrieb dafür zu sorgen, dass Du das Ausbildungsziel in der dafür vorgegebenen Zeit erreichen kannst. Leistungsbereitschaft meint Dein stetes Bemühen, die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen.

Geeignete Ausbilder

Du hast das Recht auf einen qualifizierten Ausbilder, der für Deine Ausbildung zuständig ist.

Ausbildung und Prüfungsmittel

Alle Materialien, die für Deine Ausbildung erforderlich sind, muss Dir Dein Arbeitgeber kostenfrei zur Verfügung stellen, z.B. ein Berichtsheft, Werkzeug, Schreibmaterial etc.

Freistellung für die Berufsschule

Für die Berufsschule und auch damit zusammenhängende Veranstaltungen muss Dich Dein Betrieb freistellen. Als Azubi unter 18 Jahren brauchst Du in zwei Fällen nach der Berufsschule nicht mehr in den Betrieb:

  • Du hast einmal in der Woche Berufsschule und der Unterricht dauert länger als 5 Schulstunden (also 5 mal 45 Minuten). An diesem Tag brauchst Du dann nach der Berufsschule nicht mehr im Betrieb erscheinen.
  • Du hast Blockunterricht und mindestens 25 Schulstunden (á 45 Minuten), die an fünf Tagen in der Woche stattfinden.

Freistellung für die außerbetriebliche Ausbildung

Für die außerbetriebliche Ausbildung und auch damit zusammenhängende Veranstaltungen muss Dich Dein Betrieb freistellen.

Freistellung für die Prüfungen

Für Deine Prüfungen muss Dich Dein Betrieb anmelden und für die Teilnahme freistellen.

Ausbildungsgerechte und körperlich angemessene Beschäftigung

Das Berufsbildungsgesetz verbietet den Arbeitgebern, Dir Aufgaben zu stellen, die nicht dem Ausbildungszweck dienen, den Auszubildenden sittlich gefährden oder Deine körperliche Leistungsfähigkeit übersteigen. Zudem hast Du ein Arbeitsverweigerungsrecht, wenn die zu erfüllende Aufgabe nicht Deine Ausbildung betrifft. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Aufgaben wie den ganzen Tag Kaffee kochen gehören natürlich nicht zu Deinen Aufgaben, wenn es aber jeder Deiner Kollegen tut, bist Du auch mal an der Reihe.

Recht auf Urlaubsgewährung

Du hast das Recht auf einen möglichst zusammenhängenden Urlaub nach Maßgabe der gesetzlichen bzw. tariflichen Bestimmungen. Je nach Deinem Alter ändert sich auch der Urlaubsanspruch: 15 Jahre: mindestens 30 Werktage, 16 Jahre: mindestens 27 Werktage, 17 Jahre: mindestens 25 Werktage, 18 Jahre (und älter): mindestens 24. Der Urlaubsanspruch kann auch in einem Tarifvertrag festgelegt sein.

Recht auf Vergütung

Du hast das Recht auf Zahlung einer angemessenen Vergütung. Diese richtet sich nach dem Ausbildungsberuf und erhöht sich bei fortlaufender Berufsausbildung jährlich. Diese Vergütung muss spätestens an dem letzten Arbeitstag im Monat gezahlt werden.

Zeugnis

Nach Beendigung der Ausbildung besteht für den Arbeitgeber die Pflicht ein Zeugnis auszustellen, das Angaben über Art, Dauer, Ziel der Ausbildung, erworbene Fähigkeiten und Kenntnisse sowie fachliche Leistungen enthält.

Meine Pflichten aus Auszubildende/r

Ärztliche Untersuchungspflicht

Wenn Du das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hast, musst Du Dich vor Deiner Ausbildung ärztlich untersuchen lassen und Deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung darüber vorlegen. Am Ende des ersten Lehrjahres wirst Du dann erneut untersucht, um zu kontrollieren, ob Deine Ausbildung oder bestimmte Arbeiten Deiner Gesundheit geschadet haben. Auch über diese Untersuchung brauchst Du dann eine ärztliche Bescheinigung. Die zweite Untersuchung sollte nach frühestens neun und spätestens zwölf Monaten erfolgen.

Lernpflicht

Als Azubi musst Du Dich bemühen, die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, die für das Ausbildungsziel erforderlich sind.

Teilnahmepflicht am Berufsschulunterricht

Es besteht für Dich die Pflicht, an Ausbildungsmaßnahmen, wie z. B. Berufsschulunterricht, teilzunehmen, denn hier wird Dir der theoretische Teil Deiner Ausbildung vermittelt.

Weisungen befolgen

Den Anweisungen Deiner Ausbilder oder anderer weisungsbefugter Personen musst Du Folge leisten, solange sie im Zusammenhang mit Deiner Ausbildung stehen. Wenn Du also den ganzen Tag putzen, aufräumen oder „Angelegenheiten“ vom Chef (wie das Abholen seiner Kleidung aus der Reinigung) erledigen musst, ist das zu erreichende Ausbildungsziel weit verfehlt.

Einhaltung der Ordnung an Deinem Arbeitsplatz

An jedem Arbeitsplatz gelten bestimmte Ordnungsvorschriften, z. B. Kleiderordnung, Sicherheits- oder Unfallverhütungsvorschriften, Bestimmungen zur Schutzbekleidung, Rauchverbot, etc. Auch wenn Deiner Meinung nach manche davon überflüssig sind: HALTE DICH DARAN!!!

Sorgfaltspflicht

Erledige die Dir aufgetragenen Aufgaben ordentlich und sorgfältig. Auch die Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen, z.B. PC, musst Du pfleglich behandeln und darfst sie nur für die Dir übertragenen Tätigkeiten verwenden.

Benachrichtigungspflicht

Bei Fernbleiben von der betrieblichen Ausbildung, vom Beruf, vom Schulunterricht oder von sonstigen Ausbildungsveranstaltungen musst Du Deinem Ausbilder unter Angabe von Gründen umgehend Nachricht geben und ihm bei Krankheit oder Unfall spätestens am dritten Tag eine ärztliche Bescheinigung zukommen lassen.

Führung eines Ausbildungsnachweises

In Dein Berichtsheft schreibst Du, welche Tätigkeiten Du während Deiner Ausbildung ausgeführt hast. Das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Berichtsheft musst Du zur Abschlussprüfung und in einigen Berufen auch zur Zwischenprüfung vorlegen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. TIPP: Führe Dein Berichtsheft regelmäßig und Gewissenhaft! Du musst bei der Abschlussprüfung das vollständig ausgefüllte und von Dir und Deinem Ausbilder unterschriebene Berichtsheft der Industrie- und Handelskammer vorlegen. Auch bei der Zwischenprüfung ist es in einigen Berufen Pflicht, das Berichtsheft vorzulegen.

Schweigepflicht:

Du bist verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu waren.

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