Logistikjobs-Bremen: Das Karriereportal für Bremen und Bremerhaven

Fachlagerist/-in


Fachlagerist/-in, Ausbildung (Bild: bremenports, www.fotopool-ptl.de)Bildungsweg:
Duale Berufsausbildung
Ausbildungsdauer:
2 Jahre
Empfohlener Schulabschluss:
Hauptschulabschluss

 

Okay, die Schule hat Dir nicht so viel Spaß gemacht und Dein Abschlusszeugnis ist auch nicht das Beste. Aber Du bist motiviert und praktisch begabt. Mit einer zweijährigen Ausbildung zum/zur Fachlageristen/Fachlageristin öffnen sich für Dich Türen, die sonst vielleicht verschlossen bleiben. Was liegt in einem Lager an welchem Platz? Fachlageristen wissen darauf immer eine Antwort. Ihre Aufgabe ist es, Anlieferungen von Waren entgegenzunehmen, diese zu kontrollieren und sie fachgerecht einzulagern. Fachlageristen sorgen auch dafür, dass Güter dort im Betrieb ankommen, wo sie benötigt werden. Außerdem stellen sie Lieferungen für den Versand zusammen. Manche Arbeit muss dabei per Hand geleistet werden, aber dennoch: Schweres Heben war gestern. Heute erleichtern viele technische Hilfsmittel – z.B. Gabelstapler – die Arbeit. Nach Abschluss der Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein Jahr länger zu lernen und den Abschluss zur Fachkraft für Lagerlogistik zu erlangen. Ausbildungsplätze findest Du in allen Betrieben, die ein größeres Lager haben.

Die Aufgaben im Überblick

Fachlageristen/Fachlageristinnen…

  • nehmen Lieferungen an und prüfen anhand der Begleitpapiere, ob Menge und Qualität der ankommenden Waren stimmen,
  • wählen den richtigen Lagerplatz für die Güter aus und lagern sie mithilfe von Flurförderzeugen ein,
  • beachten bei der Lagerung besondere Sicherheitsbestimmungen, z.B. für Gefahrstoffe,
  • erfassen und dokumentieren die Einlagerung mit spezieller Lagerverwaltungssoftware,
  • transportieren Waren in andere Betriebsabteilungen, wenn sie dort gebraucht werden,
  • stellen bestellte Lieferungen zu Ladeeinheiten zusammen (kommissionieren), kennzeichnen und beschriften sie und verpacken sie für den Transport,
  • ermitteln die Versandkosten und bearbeiten Versand- und Begleitpapiere,
  • erstellen Ladelisten/Beladepläne und beachten dabei die Ladevorschriften,
  • verladen die Lieferungen in Lkws, Container oder andere Transportmittel,
  • führen regelmäßig Bestandskontrollen und Inventuren durch, um zu wissen, welche Waren in welcher Menge an welchem Ort lagern.

Was ist wichtig?

Du solltest über folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Hier die wichtigsten:

  • Organisationsgeschick, denn das ist das A und O in diesem Beruf
  • Sorgfalt, weil im Lager einfach alles stimmen muss
  • Technikverständnis und Computerkenntnisse, weil moderne Lagertechnik und spezielle Lagersoftware wichtige Hilfsmittel Deiner Arbeit sind
  • Körperliche Fitness, weil Du auch mal kräftig zupacken musst

Zusatzqualifikationen während der Ausbildung

Hier einige Beispiele von Lehrgängen, die Du auch schon während Deiner Ausbildung besuchen kannst. Die Organisation und die Kosten übernimmt in der Regel Dein Arbeitgeber.

Gabelstaplerführerschein: Um einen Stapler bedienen zu können brauchst Du eine spezielle Schulung (gemäß den Vorgaben der Berufsgenossenschaft).

Sichere Beladung von LKW und Containern (CTU-Packrichtlinien): Die Beladung der Fahrzeuge liegt in der Verantwortung des Absenders; also Deines Arbeitgebers. Damit Du zum Beispiel die damit verbundenen Versicherungsvorschriften erfüllen kannst, ist oftmals dieser Lehrgang notwendig.

Grundwissen über Gefahrstofflagerung: Wenn in Deinem Betrieb gefährliche Güter gelagert werden (feuergefährliche oder explosive Stoffe, Säuren usw.) muss jede Person, die damit zu tun hat, über die richtige Handhabung im Bilde sein. Spezielle Schulungen in Deinem Ausbildungsbetrieb helfen Dir dabei weiter.

Ausbildungsorte

Den fachlichen Teil der Ausbildung wirst Du in einem Lager eines Industrie- oder Handelsunternehmens oder bei Logistikdienstleistern absolvieren. Während der gesamten Ausbildung ist der Besuch der Berufsschule Pflicht.

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Als Auszubildende/r erhältst Du während der Berufsausbildung eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungsvergütung wird entsprechend der erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen jährlich angehoben. Die Höhe der Ausbildungsvergütung kann – wenn sie nicht tariflich geregelt ist – je nach Unternehmen abweichen. Durchschnittlich betrug diese im Jahr 2012 im

  1. Ausbildungsjahr: 713 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 780 Euro

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2012 in Euro (Stand: 01.10.2012)

Deine Karrierechancen nach der Ausbildung

Als Fachlagerist/-in hast Du nach der Ausbildung verschiedene Möglichkeiten, Deinen Karriereweg zu entwickeln. Hier sind einige Beispiele:

  • Wenn Du die Prüfung als Fachlagerist/Fachlageristin erfolgreich bestanden hast, kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen die Ausbildung um ein Jahr fortsetzen und die Prüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ablegen.
  • Innerbetrieblicher Aufstieg bis hin zur Übernahme einer Führungsposition oder zu einer Funktionstätigkeit (z. B. in der Qualitätskontrolle)
  • Aufstiegsweiterbildung zum/zur Geprüfte/n Logistikmeister/-in (IHK)
  • Modulare Fortbildung in der Logistik wie zum Beispiel „Hanselogistiker“ (auf einander aufbauende Fortbildungen bis hin zur Meister- oder Betriebsleiterqualifikation)

Fazit

Die Ausbildung zum/zur Fachlageristen/Fachlageristin ist ein idealer Berufseinstieg für Jugendliche, die gut in der Praxis sind, aber sich mit Schule und Lernen schwer tun. Im Gegensatz zu der dreijährigen Ausbildung gibt es hier mehr praktische Anteile und weniger Theorie. Am Ende der zwei Jahre steht der anerkannte Berufsabschluss. Das Tolle: Du kannst dann anschließend in das dritte Lehrjahr als Fachkraft für Lagerlogistik einsteigen und Deinen zweiten Berufsabschluss machen.
Share