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Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung


Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung, Ausbildung (Bild: © contrastwerkstatt, fotolia)

Bildungsweg:
Duale Berufsausbildung
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Empfohlener Schulabschluss:
Realschulabschluss, (Fach-)Abitur oder Höhere Handelsschule

 

Man nennt sie die „Architekten des Transportwesens“ – Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung. Sie organisieren von Bremen oder Bremerhaven aus den Versand von Gütern in die entlegensten Winkel der Welt, ob per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Langeweile hat in diesem Beruf null Chance: Du nimmst Aufträge an, kalkulierst Transportkosten und kümmerst Dich um die Frachtpapiere. Geht es ins Ausland, müssen Zollformalitäten erledigt werden. Du planst Routen, teilst Fahrer ein und organisierst die Lagerung von Waren. Vieles muss parallel erledigt werden und nicht selten musst Du umorganisieren. Sofort und zuverlässig. Deshalb bleibst Du auch in heißen Phasen cool, damit die Abläufe reibungslos funktionieren. Als vielseitiges Organisationstalent findest Du Arbeit bei Speditionen, aber auch bei Paketdiensten oder Hafen- und Lagerbetrieben.

Die Aufgaben im Überblick

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung…

  • beraten ihre Kunden aus Industrie und Handel, welches Verkehrsmittel, also Lkw, Eisenbahn, Flugzeug oder Schiff, sich am besten für den Warentransport eignet,
  • beraten Kunden bei der Wahl der Transportverpackung,
  • erstellen Kostenangebote für den Transport, für den Umschlag und für die Lagerung,
  • ermitteln geeignete Fahrstrecken für den Transport und wählen Fuhrunternehmer aus, wenn die Spedition keinen eigenen Fuhrpark hat,
  • kümmern sich um den Versicherungsschutz für den Warentransport,
  • beschaffen Begleitpapiere und zoll- und außenwirtschaftliche Dokumente,
  • rechnen die Speditionsleistungen ab und kontrollieren die Eingangsrechnungen,
  • bearbeiten Kundenreklamationen und Schadensmeldungen und veranlassen Schadensregulierungen,
  • erarbeiten logistische Gesamtkonzepte für ihre Kunden,
  • steuern und überwachen logistische Abläufe für ihre Kunden, von der Beschaffungs- über die Produktions- bis zur Distributionslogistik,
  • korrespondieren und kommunizieren mit ausländischen Geschäftspartnern, die an der logistischen Abwicklung beteiligt sind,
  • wirken mit bei der Ermittlung von Kosten und Erträgen sowie der kaufmännischen Steuerung des Speditionsgeschäftes.

Was ist wichtig?

Du solltest folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten mitbringen, um den Beruf lernen und ausüben zu können. Hier die wichtigsten:

  • Organisationgeschick, denn als „Architekt des Transportwesens“ kümmerst Du Dich um alles, damit der Transport reibungslos funktioniert
  • Kommunikationsstärke, denn Du stehst ständig in Kontakt zu Kunden im In- und Ausland, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen und Lkw-Fahrer/-innen
  • Kaufmännisches Rechnen und Wirtschaftsinteresse, denn Du musst Kostenangebote für den Transport, für den Umschlag und für die Lagerung von Gütern kalkulieren
  • Englischkenntnisse, weil Speditionskaufleute auf kommunikativer Schiene auch international unterwegs sind
  • Geografiekenntnisse, denn diese sind bei der Routenplanung Grundvoraussetzung
  • Belastbarkeit, denn in einer Spedition geht es schon mal recht hektisch zu, um Transportaufträge verlässlich und pünktlich abzuwickeln

Qualifikationen vor der Ausbildung

Einjährige Höhere Handelsschule/Doppelqualifizierend (EHH-DQ)

Wenn Du einen mittleren Bildungsabschluss hast und eine Ausbildung als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung anstrebst und gleichzeitig die Fachhochschulreife erwerben möchtest, dann kannst Du vor Ausbildungsbeginn die doppeltqualifizierende Einjährige Höhere Handelsschule besuchen. Die macht Dich fit für den Beruf. Der Besuch der EHH-DQ ist gekoppelt an einen Vorvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb. Schließt Du die Schule erfolgreich ab, kann es losgehen mit der betrieblichen Ausbildung. Nach Ausbildungsabschluss erhältst Du als Sahnehäubchen auch noch die Fachhochschulreife. Wie dieses attraktive Modell im Detail funktioniert, erfährst Du hier.

Zusatzqualifikationen während der Ausbildung

Fachliche Kompetenzen: Speditionskaufleute werden während ihrer Ausbildung neben dem Berufsschulunterricht weiter fortgebildet. So gehören zu den täglichen Aufgabengebieten zum Beispiel Kenntnisse im Gefahrgutrecht, welche für die Planung und den Transport von gefährlichen Gütern unerlässlich sind. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Kenntnisse im Bereich Versicherung und Haftung oder im Zollrecht zu erlangen. Die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig.

Übergreifende Kompetenzen: Der richtige Umgang am Telefon oder das Führen eines Verkaufsgesprächs wie auch das Vortragen einer Präsentation sind Kenntnisse, die Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung im Berufsalltag benötigen. Im Rahmen der Ausbildung werden diese übergreifenden Kompetenzen oftmals in zusätzlichen Seminaren geschult und trainiert.

Duales Studium: Wer neben der beruflichen Praxis auch studieren möchte, für den ist ein Duales Studium genau richtig. Ein auf Speditionskaufleute zugeschnittenes duales Studienangebot bietet das Bremer Institut für Handel und Verkehr e.V. (BIHV) an. Weitere Informationen zu dieser kombinierten Ausbildung findest Du hier.

Ausbildungsorte

Den fachlichen Teil der Ausbildung wirst Du in Speditionen und Logistikunternehmen absolvieren. Während der gesamten Ausbildung ist der Besuch der Berufsschule Pflicht.

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Als Auszubildender erhältst Du während der Berufsausbildung eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungsvergütung wird entsprechend der erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen jährlich angehoben. Die Höhe der Ausbildungsvergütung kann – wenn sie nicht tariflich geregelt ist – je nach Unternehmen abweichen. Zur Orientierung, hier die vom Verein Bremer Spediteure empfohlene Höhe der Ausbildungsvergütung für Speditionskaufleute im Jahr 2012:

  1. Ausbildungsjahr: 630 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 694 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 755 Euro

Deine Karrierechancen nach der Ausbildung

Als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleitung hast Du nach der Ausbildung verschiedene Möglichkeiten, deinen Karriereweg zu entwickeln. Hier sind einige Beispiele:

  • Innerbetrieblicher Aufstieg bis hin zur Übernahme einer Führungsposition
  • Auslandsaufenthalte mit praktischer Tätigkeit in dem Berufsfeld
  • Aufstiegsweiterbildung zum/zur Verkehrsfachwirt/-in (IHK)
  • Berufsbegleitende Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/-in in der Logistik
  • Studium an einer Bremischen Hochschule oder Universität im Bereich Betriebswirtschaft, Transport und Logistik

Fazit

Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung ist eine interessante und überaus abwechslungsreiche Herausforderung mit sehr guten Karriereperspektiven. Denn auch in Zukunft werden Waren rund um den Globus transportiert und das Berufsfeld der Speditionskaufleute wird immer wichtiger. Vor allem für den Hafen- und Logistikstandort Bremen.
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