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Außenhandelskaufmann/-frau


Außenhandelskaufmann/-frau, Ausbildung (Bild: © GP, fotolia)Bildungsweg:
Duale Berufsausbildung
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Empfohlener Schulabschluss:
Realschulabschluss, Höhere Handelsschule oder (Fach)Abitur

 

Viele Bremer Industrie- und Handelsunternehmen sind im Ausland aktiv. Dort kaufen sie Rohstoffe oder Güter für die Produktion ein, dort verkaufen sie ihre hergestellten Produkte wie Kaffee, Bier oder technische Anlagen. Geschäfte mit Kunden aus Frankreich, Amerika oder China sind heute selbstverständlich, auch für viele kleinere Unternehmen. Damit die Im- und Exportgeschäfte reibungslos abgewickelt werden können, gibt es Außenhandelskaufleute. Sie sind die Spezialisten für die Beschaffung und für den Absatz von Waren und Produkten rund um den Globus. Insbesondere die Abwicklung von Exporten hat es in sich: Unter welchen Voraussetzungen darf ich überhaupt das Exportgeschäft betreiben? Muss ich eine Ausfuhrgenehmigung für das Bestimmungsland einholen, etwa bei Chemikalien oder anderen genehmigungspflichtigen Gütern? Ist die Ausfuhr beim Zollamt angemeldet? Habe ich die Einfuhrbestimmungen des Bestimmungslandes beachtet? Außerdem müssen die Zahlungs-und Lieferbedingungen mit dem ausländischen Kunden verhandelt werden. Und ganz zum Schluss kümmern sich die Außenhandelskaufleute auch um die Logistik, damit die bestellten Waren sicher und termingerecht geliefert werden können. Kurz: Dieser Beruf hat es in sich. Man muss schon einiges mitbringen, um die Anforderungen zu bestehen.

Deine Aufgaben im Überblick

Außenhandelskaufleute…

  • ermitteln auf der ganzen Welt Bezugsquellen und Lieferanten von Rohstoffen und Gütern für die Herstellung von Produkten,
  • holen Angebote ein, vergleichen Preise, kalkulieren Kosten und schließen Kaufverträge ab,
  • bearbeiten die Zahlungsabwicklung,
  • kontrollieren den Eingang der Waren und prüfen Lieferpapiere und Rechnungen,
  • bearbeiten Reklamationen,
  • organisieren die fachgerechte Lagerung der Waren und überwachen die Lagerbestände,
  • suchen weltweit Abnehmer für Fertigprodukte und organisieren Marketingmaßnahmen,
  • führen Beratungs- und Verkaufsgespräche mit internationalen Kunden durch,
  • kalkulieren Verkaufspreis und erstellen Angebote
  • nehmen Bestellungen entgegen, stellen den Lieferauftrag zusammen und machen ihn versandfertig,
  • kümmern sich um die Bearbeitung der Lieferpapiere und englischsprachigen Versanddokumente,
  • schließen internationale Transportverträge ab,
  • können Außenhandels- und Zollrechtsbestimmungen anwenden und kennen die internationalen Handelsklauseln,
  • kontrollieren die vereinbarten Zahlungsbedingungen, erfassen die Geschäftsvorfälle und werten diese für das Rechnungswesen aus.

Was ist wichtig?

Kaufmännisches Rechnen und Wirtschaftsinteresse, weil Du im Import-Export-Geschäft gut kalkulieren und Währungsrechnen beherrschen musst

Sprachenkenntnisse, denn auf internationalem Parkett musst Du Englisch sehr gut beherrschen, idealerweise eine weitere Fremdsprache

Kommunikationsfähigkeit, weil Du Kunden einfühlsam beraten musst und sie bei der Kaufentscheidung kompetent unterstützt

Interkulturelle Kompetenz, weil Du die kulturellen Besonderheiten Deiner internationalen Kunden kennen musst, um Geschäftsabschlüsse nicht zu gefährden Sorgfalt, weil ein sicherer Umgang mit Außenhandels-, Zoll- und Einführbestimmungen absolut erforderlich ist

Qualifikationen vor der Ausbildung

Einjährige Höhere Handelsschule/Doppelqualifizierend (EHH-DQ) Wenn Du einen mittleren Bildungsabschluss hast und eine Ausbildung als Außenhandelskaufmann/-frau anstrebst und gleichzeitig die Fachhochschulreife erwerben möchtest, dann kannst Du vor Ausbildungsbeginn die doppeltqualifizierende Einjährige Höhere Handelsschule besuchen. Die macht Dich fit für den Beruf. Der Besuch der EHH-DQ ist gekoppelt an einen Vorvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb. Schließt Du die Schule erfolgreich ab, kann es losgehen mit der betrieblichen Ausbildung. Nach Ausbildungsabschluss erhältst Du als Sahnehäubchen auch noch die Fachhochschulreife. Wie dieses attraktive Modell im Detail funktioniert, erfährst Du hier.

Zusatzqualifikationen während der Ausbildung

Fachliche Kompetenzen: Außenhandelskaufleute werden während ihrer Ausbildung neben dem Berufsschulunterricht weiter fortgebildet. Zu den wichtigsten Schulungsbereichen gehören insbesondere Kenntnisse im Bereich des Außenhandels- und Zollrechts sowie der mögliche Erwerb eines KMK-Fremdsprachenzertifikats Englisch.

Übergreifende Kompetenzen: Der richtige Umgang am Telefon oder das Führen eines Verkaufsgesprächs wie auch das Vortragen einer Präsentation sind Kenntnisse, die Außenhandelskaufleute im Berufsalltag benötigen. Im Rahmen der Ausbildung werden daher oftmals speziell diese übergreifenden Kompetenzen in zusätzlichen Seminaren geschult und trainiert.

Duales Studium: Wer neben der beruflichen Praxis auch studieren möchte, für den ist ein Duales Studium genau richtig. Ein auf den Außenhandel zugeschnittenes duales Studienangebot bietet das Bremer Institut für Handel und Verkehr e.V. (BIHV) an. Weitere Informationen zu dieser kombinierten Ausbildung findest Du in der Rubrik Studium.

Ausbildungsorte

Den fachlichen Teil der Ausbildung wirst Du in einer Import-Export-Abteilung eines produzierenden Unternehmens oder eines Außenhandelsunternehmens absolvieren. Während der gesamten Ausbildung ist der Besuch der Berufsschule Pflicht.

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Als Auszubildender erhältst Du während der Berufsausbildung eine monatliche Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungsvergütung wird entsprechend der erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen jährlich angehoben. Die Höhe der Ausbildungsvergütung kann – wenn sie nicht tariflich geregelt ist – je nach Unternehmen abweichen. Durchschnittlich betrug diese im Jahr 2012 im

  1. Ausbildungsjahr: 718 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 787 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 859 Euro

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2012 in Euro (Stand: 01.10.2012)

Deine Karrierechancen nach der Ausbildung

Als Außenhandelskaufmann/-frau hast Du nach der Ausbildung verschiedene Möglichkeiten, Deinen Karriereweg zu entwickeln. Hier sind einige Beispiele:

  • Innerbetrieblicher Aufstieg bis hin zur Übernahme einer Führungsposition
  • Auslandsaufenthalte mit praktischer Tätigkeit in dem Berufsfeld
  • Aufstiegsweiterbildung zum/zur Geprüfte/n Fachkaufmann für Einkauf und Logistik (IHK)
  • Aufstiegsweiterbildung zum/zur Geprüfte/n Fachkaufmann für Außenhandel (IHK)
  • Berufsbegleitende Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/-in in der Logistik
  • Studium an einer Bremischen Hochschule oder Universität im Bereich Betriebswirtschaft, Transport und Logistik

Fazit

Bremen ist ein bedeutender Industriestandort. Hier werden Lebensmittel hergestellt, Anlagen für die Luft- und Raumfahrt entwickelt, Autos produziert und vieles mehr. Ein Großteil dieser Güter geht ins Ausland. Ohne kompetente Außenhandelskaufleute läuft hier nichts. Wenn Du einen herausfordernden Beruf suchst, der Dir ausgezeichnete berufliche Perspektiven in einem internationalen Umfeld bietet, dann werde Außenhandelskaufmann/-frau. Denn als Türöffner für lukrative Auslandsgeschäfte bist Du für viele Firmen ein unverzichtbarer Experte. Und das Tolle: Du findest in diesem Beruf in fast allen Branchen Arbeit.
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